Hallertau

Das Brauhaus Pfaffenhofen liegt inmitten des berühmten Hopfenanbaugebietes Hallertau - auch Holledau genannt. Sanfthügeliges Land, Bauernland. Wiesen und Äcker und allgegenwärtig: die Hopfengärten. Sie prägen das Bild der Landschaft, verleihen ihr den unverwechselbaren Charakter. Man weiß, nun ist man in der Hallertau. Zur Sommerszeit ranken sich hier die Reben des Hopfens in luftige Höhen, bilden sattgrüne, meterhohe Schlingwälder. Ihre rechteckigen Flecken weben sich harmonisch zwischen Getreidefelder und Wiesengründe, scheinen vor den zahlreichen Waldungen zu einem grünen Dschungel zu verschmelzen. Anders das Bild nach der Hopfenernte und weit bis ins nächste Frühjahr hinein: Nun beherrscht die strenge Geometrie der Tragekonstruktion den Hopfengarten. In Reih und Glied ein Meer von Stangen, ein Netz von Drähten, bizarr und im klaren Licht eines Wintertages gar manchmal futuristisch anmutend.

Der Mensch fügt sich der Landschaft: behäbige Bauerndörfer, quirlige Kleinstädte geben Farbtupfer, Kapellen und Marterln auf freier Flur setzen Akzente, doch beherrschend bleibt die "gestaltete" Natur. Der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen, besagt ein altes Hallertauer Sprichwort. Und in der Tat: viel Arbeit, Mühe und auch Geld muß der Hopfenbauer in seinen Hopfengarten investieren, bevor das "grüne Gold" als Brauhopfen in alle Welt gehen kann. Da müssen aufwendige Gerüstanlagen gebaut werden für den schnellen Kletterer. Im Frühjahr, wenn aus dem Wurzelstock neues Leben erwacht, beginnt die lange Reihe der Pflegemaßnahmen. Besonders arbeitsintensiv ist das "Anleiten", das Hinführen der Jungtriebe an den Kletterdraht. Nach der Blüte im Juli bilden sich die "Zapfen", die Hopfendolden. Darin enthalten: das begehrte Lupulin, unentbehrlich zur Herstellung von Bier und wesentlich zu seinem frischherben Aroma beitragend. Im September ist Erntezeit. Im Brauhaus zu Pfaffenhofen und in den Sudhäusern in aller Welt wartet man schon wieder auf den frischen Hallertauer Siegelhopfen.